Empowerment von Migrantinnen im ländlichen Raum Europas: Eine kollektive Verantwortung
Von Dora Heracleous
SYNTHESIS Zentrum für Forschung und Bildung
Überall in den ländlichen Regionen Europas gestalten Migrantinnen im Stillen ihre Gemeinschaften um – oft unter Überwindung erheblicher Hindernisse. Diese Frauen kommen mit einer reichhaltigen persönlichen Geschichte, Fähigkeiten und Hoffnungen an, werden jedoch aufgrund von Sprachdefiziten, eingeschränktem Zugang zu Kinderbetreuung, unsicherem Rechtsstatus und sozialer Isolation ausgeschlossen. Ohne gezielte Unterstützung bleibt ihr Potenzial ungenutzt – eine verpasste Chance sowohl für die Integration als auch für die lokale Entwicklung.
Das Projekt Together We Can (TWC), das vom Programm Erasmus+ kofinanziert wird, hat ein überzeugendes Gegenargument geliefert. Das Projekt, das sich auf die Förderung der sozialen und beruflichen Eingliederung von Migrantinnen in ländlichen Gebieten in fünf europäischen Ländern – darunter Zypern, Österreich, Deutschland, Portugal und Italien – konzentriert, zeigt, was möglich ist, wenn Gemeinschaft, Ausbildung und Vernetzung aufeinandertreffen.
Ein Schlüsselelement des Projekts sind Schulungsprogramme, die flexibles Sprachenlernen, rechtliche Unterstützung, Mentoring und die Entwicklung von Fähigkeiten integrieren, oft in Zusammenarbeit mit NROs, Unternehmen und Menschenrechtsorganisationen. Diese Bemühungen haben den Frauen nicht nur Wissen, sondern auch Selbstvertrauen und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft vermittelt.
In Zypern hat das Schulungsprogramm „Together We Can“ wichtige Räume für die Stärkung der Handlungskompetenz und die Schaffung von Kontakten geschaffen. Eine Teilnehmerin schilderte ihre Erfahrungen wie folgt:
“Bevor ich an der Schulung teilnahm, fühlte ich mich unsichtbar. Jetzt habe ich meine Stimme gefunden. Ich lerne nicht nur – ich helfe auch anderen, sich gesehen zu fühlen.
Eine ebenso positive Wirkung haben Netzwerkveranstaltungen wie Spin the Clock – Find Your Spot, bei denen Migrantinnen direkt mit lokalen Arbeitgebern, NRO-Vertretern und Behördenvertretern zusammenkommen. Diese Veranstaltungen bieten mehr als nur Kontakte – sie eröffnen neue Möglichkeiten. Eine Teilnehmerin erzählte: “Bei Spin the Clock habe ich jemanden getroffen, der mir geholfen hat, mich für einen Job zu bewerben. Es ging nicht nur um eine Chance – es ging darum, dass jemand an mich glaubte.
Die Geschichten, die im Rahmen der partizipativen Evaluierung der TWC gesammelt wurden, unterstreichen eine starke Wahrheit: Wenn Migrantinnen mit Wissen ausgestattet und von einem unterstützenden Ökosystem umgeben sind, blühen sie auf – und damit auch ihre Gemeinschaften. Was macht den Ansatz so effektiv?
✅ Flexible Sprach- und Alphabetisierungskurse, oft in Verbindung mit Kinderbetreuung
✅ Mentorenprogramme, die von Migrantinnen geleitet werden, die den Weg bereits gegangen sind
✅ Partnerschaften mit Unternehmen, um echte Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und das Bewusstsein für Vielfalt und Gleichberechtigung zu schärfen
✅ Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Graswurzelnetzwerken
In diese Modelle zu investieren ist keine Wohltätigkeit – es ist kluge Politik. Sie hilft ländlichen Regionen, Talente zu halten, fördert die Integration und stärkt die lokale Wirtschaft mit vielfältigen, qualifizierten und motivierten Arbeitskräften.
Da Europa nach nachhaltigen Modellen für die Integration und die Entwicklung von Arbeitskräften sucht, müssen die Lösungen partizipativ, integrativ und lokal verwurzelt sein.



